Vom 15. bis 18. Juni 2026 wurde Sion zur Drehscheibe der Wasserkraft der Zukunft. Das Hydro Alps Lab und die Hochschule für Ingenieurwesen organisierten gemeinsam das 4. Treffen des europäischen Konsortiums ReHydro. Ziel dieser vier Tage zwischen der Aula in Sion und den Gipfeln der Gougra: die bestehenden Infrastrukturen in echte, äußerst flexible und umweltverträgliche Säulen der Energiewende zu verwandeln.

70 Experten, 6 Herausforderungen, 1 industrielles Ziel
Koordiniert von SINTEF und von den Branchenriesen vorangetrieben (EDF, Andritz, CNR, EDP, Lyse sowie einige unserer Partner (wie üblich) begnügt sich das ReHydro-Projekt nicht mit theoretischen Überlegungen, sondern setzt seine Ideen in die Praxis um. Vor fast 70 Forschern und Führungskräften aus der Industrie setzten sich die Arbeitsgruppen direkt mit den Realitäten des Energiemarktes auseinander. Dieses Treffen stellte zudem mit dem offiziellen Abschluss der Arbeiten des Arbeitspakets 3 («Fit for Market») einen wichtigen Meilenstein dar, da damit die Geschäftsmodelle des Projekts validiert wurden. Die Diskussionen brachten drei Hauptschwerpunkte zum Vorschein:
Maximale Flexibilität & Hybridisierung : Wie lässt sich Pumpspeicherkraft mit Batteriespeichern kombinieren, um sofort auf Marktschwankungen reagieren zu können?
Digitale Revolution : Echtzeitüberwachung der Turbinen und Aufbau virtueller Kraftwerke (Virtual Power Plants oder VPP) für eine vorausschauende Steuerung und eine drastische Verringerung der Erosion.
Öko-Ingenieurwesen : Fortgeschrittene Sedimentmodellierung, präzise Steuerung des Hydropeaking (Pegelschwankungen) und Durchgangsöffnungen für die Fischwanderung.
Das Hydro Alps Lab im Mittelpunkt des Geschehens
Der Plenartag am 16. Juni hat die lokale Verankerung dieser globalen Innovationen deutlich gemacht. Die Mitglieder des Konsortiums konnten bei einer Führung tief in das Hydro Alps Lab eintauchen und unsere Prüfstände sowie die im Wallis durchgeführten angewandten Forschungsprojekte hautnah kennenlernen. Diese Synergie zwischen Wissenschaft und Industrie wurde von Mathias Gäumann, CEO von Hydro Exploitation, und Jonathan Fauriel (ALPIQ) gelobt, die gekommen waren, um ihre Vision von akademischen Kooperationen für die Modernisierung der Kraftwerke von morgen zu teilen.
Vom Labor zu den Betonriesen: Ein Einblick in die Gougra

Da die Energiewende vor Ort umgesetzt wird, verließ das Konsortium den Energypolis-Campus, um sich bei den Anlagen der Forces Motrices de la Gougra (FMG), für die ein Aufstockungsprojekt geplant ist, intensiv mit den technischen Details auseinanderzusetzen. Vom Inneren der Kraftwerke in Mottec und Vissoie bis hin zum Staudamm von Moiry konnten die Teilnehmer die mathematischen und wirtschaftlichen Modelle mit den topografischen, landschaftlichen und klimatischen Gegebenheiten der Alpen abgleichen.
Ein wichtiger Meilenstein für die angewandte Forschung und die Zukunft der Branche
Dieses vierte Treffen des ReHydro-Konsortiums zeigt, dass die Modernisierung bestehender Infrastrukturen einen ganzheitlichen Ansatz erfordert. Die in Sion geführten Gespräche bestätigen, dass es beim Energietechnik nicht mehr nur darum geht, Kilowattstunden zu erzeugen, sondern ein komplexes Ökosystem zu koordinieren, in dem industrielle Leistungsfähigkeit, Netzflexibilität, Big Data und ökologische Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Die in den verschiedenen Arbeitspaketen erzielten Ergebnisse ebnen den Weg für die groß angelegten Umsetzungsphasen an den verschiedenen europäischen Demonstrationsstandorten.
Um die Entwicklung der Pilotstandorte und die Einzelheiten der wissenschaftlichen Fortschritte zu verfolgen, besuchen Sie die offizielle Website des Projekts: www.rehydro.eu.